Bühne frei für „Alice im Anderland“

Die Zuschauer des diesjährigen Theaterstücks erwartete nicht das farbenfrohe, phantastische Märchen von Lewis Carroll, das vielen aus Kindertagen bekannt ist, sondern sie wurden mit der ernüchternden Realität aus dem „Anderland“ konfrontiert.

Hier wird Alice als eine verzweifelte junge Frau gezeichnet, die nun Patientin einer Nervenheilanstalt ist, nachdem sie ihre Eltern bei einem Brand verloren hat. Alle Bewohner der Nervenheilanstalt leben ihren eigenen Wahnsinn, und thematisieren dabei unter anderem Sucht, Kriegstraumata, Kindstötung, Verfolgungswahn und den Umgang der Gesellschaft damit. 

Bei den Aufführungen am 21. und 22. Februar 2017 bewies die Theatergruppe, dass sie sich mit viel Disziplin und Ausdauer mit dieser ernsthaften und düsteren Thematik auseinandergesetzt hat. Denn nur so konnten Carrolls bekannte Figuren aus dem „Wunderland“, die hier als Zerrbilder gezeigt werden, entsprechend ihrer Problematik erfasst und umgesetzt werden: Etwa taucht das vor Angst bibbernde Kaninchen auf, ebenso der von seinen Kriegserlebnissen heimgesuchte Hutmacher. Den Schauspielern gelang es überzeugend, mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen die Figuren mit all ihren Eigenheiten zum Leben zu erwecken. Natürlich gab es auch humorvolle Szenen, in denen der Ideenreichtum und die Spielfreude der Schauspieler ganz besonders zur Geltung kommen konnten. So brachten etwa die Ärzte, die ihre ziemlich konträren wissenschaftlichen Ansätze vertraten und diese ad absurdum führten, die Zuschauer zum Lachen. 

Alexandra Falkner, OStRin


 
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