Bericht über den Aufenthalt in Frankreich im Rahmen der fpA

Im Folgenden möchte ich über die Eindrücke berichten, die ich während meines zweiwöchigen Aufenthaltes im Rahmen der fpA ins Grasse gesammelt habe.
 
Die Ankunft
Nach der Ankunft sind wir, Frau Landgraf, Caroline, Madeleine und ich auf die französischen Lehrer und natürlich auf die Austauschfamilien getroffen, die uns recht herzlich begrüßten. Nun trennten sich unsere Wege und jeder fuhr zum Wohnsitz der jeweiligen Gastfamilie. Meine Austauschmutter namens Jennie, die unter anderem auch ein wenig Deutsch sprach, brachte mich zu ihrem kleinen, aber feinen Haus, das im Viertel St. Antoine, etwas außerhalb des Stadtzentrums, lag. Dort angekommen, traf ich auch den Rest der Familie, die aus drei weiteren Mitgliedern bestand: Mein Austauschpartner Andrew, dessen Schwester Elsa, und deren Vater Laurent. Die Ankunft war zunächst etwas beschwerlicher als gedacht, da ich zu Beginn kaum ein Wort verstand, was daran lag, dass die Franzosen viel schneller und undeutlicher reden, als ich es vom Französischunterricht gewohnt war. Gottseidank zeigte sich die Familie kulant, was sich vor allem dadurch äußerte, dass ich mit der Mutter etwas Deutsch reden konnte. Doch von Tag zu Tag wurde mein Französisch besser und mittlerweile verstehe ich so gut wie alles. Was die ersten Tage zusätzlich erschwerte, war meine ununterbrochen vorherrschende Müdigkeit, was vermutlich an der Meeresluft lag. Das bedeutete, dass ich nach der Arbeit nichts mehr unternehmen wollte bzw. konnte, obwohl man in Südfrankreich deutlich stressfreier arbeitet als in Deutschland. Apropos Arbeit: Ich habe mein Praktikum in einem Unternehmen, das Büroausstattung verkauft, absolviert. Dort habe ich überwiegend im Vertrieb gearbeitet und persönlich angepasste Kundenwerbungen entworfen oder die neuesten Kataloge an umliegende Firmenkunden verteilt.
 
Deutschland versus Frankreich – die kulturellen Unterschiede
Schon bei der Ankunft ist mir aufgefallen, dass die Manieren in Frankreich eine größere Rolle spielen als bei uns. Es wird neben der verbalen Begrüßung mit einem Händedruck gegrüßt. Frauen, die man kennt (z. B. Arbeitskolleginnen), begrüßt man klischeehaft mit je einem Küsschen auf die Wangen (la bise). Der Ton in Frankreich ist immer freundlich. Pünktlichkeit ist eher unwichtig und nicht mit Zuverlässigkeit gleichzusetzen. Sich zu beeilen ist in Frankreich nicht üblich, z. B. ein Zeitplan wird schnell über Bord geworfen. Es bringt auch nichts, einen Franzosen zu animieren sich zu beeilen, denn so etwas wird gekonnt ignoriert.
 
Arbeit
Wenn man als Deutscher erstmalig in Frankreich arbeitet, merkt man sofort, dass es dort deutlich entspannter zugeht als bei uns. Man macht immer dann eine Pause, wenn man es für richtig hält. Und damit meine ich nicht die Mittagspause. Es ist besonders in Südfrankreich ein ungeschriebenes Gesetz, dass man sich nach Belieben ein wenig ausruht, indem man zum Beispiel einen Kaffee trinkt oder sich mit Kollegen unterhält. Außerdem gibt es eine bis zu zwei Stunden lange Mittagspause. Aber ich muss sagen, dass trotz der ganzen Pausen verhältnismäßig viele Dinge erledigt werden.
 
Essen
Wie bereits erwähnt, ist die Mittagspause deutlich länger als in Deutschland. Der Grund hierfür ist, dass man sich fürs Essen mehr Zeit lässt und viel miteinander redet. Und wenn man aufgegessen hat, wird sich noch eine Weile unterhalten. Die Preise sind etwas höher als bei uns, aber das lässt sich mit der besseren Qualität des Essens begründen. Es ist auch interessant zu wissen, dass man in Frankreich auch erst gegen 20:00 oder 21:00 Uhr zu Abend isst und es gibt nicht nur ein Hauptgericht, sondern eine kleine Auswahl von zwei bis drei Hauptgerichten und danach immer einen Dessert.
 
Freizeitmöglichkeiten
Neben meiner Arbeit im Praktikum blieb auch noch Zeit, neben der Kultur auch die Region kennen lernen zu dürfen. Durch die Lage am Meer und die Nähe zu den Bergen ist die dortige Lebensqualität sehr hoch. Das stets schöne Wetter lädt zum Boot fahren oder Baden an den zahlreichen Sandstränden ein, das Gebirge zum Wandern, Mountainbiken oder auch im Winter zum Skifahren. Es gibt neben den genannten Aktivitäten noch unzählige weitere Möglichkeiten Sport zu treiben, zum Beispiel: Fußballplätze, Tennisplätze, Golfplätze oder auch Skateparks. Des Weiteren finden regelmäßig Triathlons oder Marathons statt.
 
Insgesamt betrachtet vergingen die zwei Wochen viel zu schnell und als ich wieder nach Deutschland zurück musste, wäre ich stattdessen am liebsten noch ein paar Wochen länger dort geblieben. Meine Gastfamilie und meine Arbeitskollegen haben mir immer bei Problemen geholfen und waren sonst auch immer zuvorkommend und freundlich sowie alle Menschen, die ich kennenlernen durfte. Letztendlich kann ich so einen Austausch nur weiterempfehlen.
 
Stefan Schöpfel (FIW 11a)
 

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