„Es hat unglaublichen Spaß gemacht!“


Rollen wir doch die Geschichte mal von hinten auf, und lassen uns den Schlusssatz der „Widerspenstigen“ namens Katharina mal auf der Zunge zergehen:

„Drum dämpft den Trotz, beugt euch dem Mann entgegen, ihm unter seinen Fuß die Hand zu legen: Wenn er befiehlt zum Zeichen unsrer Pflicht, verweigre eine Frau den Dienst ihm nicht.“

Was alles passieren muss, damit die anfangs eigensinnige Titelfigur aus „Der Widerspenstigen Zähmung“ nach William Shakespeare sich so demütig zeigt, konnte das Publikum in Erfahrung bringen, das der Einladung zu den Aufführungen unsrer Theatergruppe am 21. und 22. Februar 2018 gefolgt ist. Um die zentralen Kontrapunkte Liebe und Macht, Mann und Frau, Fortschritt und Tradition, Ehrlichkeit und Intrige entspinnt sich eine temporeiche Geschichte, die von ebenso konträr gezeichneten Figuren getragen wird. Während die gehorsame, modebewusste Bianca und der träumerische Lucentio einerseits den traditionellen Geschlechterrollen folgen, liefern sich andererseits der geldgierige Petruchio und die temperamentvolle Katharina einen regelrechten Machtkampf, bevor sie schließlich zueinander finden. Gleichzeitig gehen im Verlauf der Geschichte die Männer davon aus, durch ihre ersonnene Intrige die Frauen in der Hand zu haben – weit gefehlt, denn die Frauen durchschauen das Vorhaben der Männer und sind so in der Lage, das Spiel mitzuspielen, aber auch die Situation im Sinne ihrer eigenen Interessen zu nutzen. Fazit – um es zeitgemäß auszudrücken – eine Win-win-Situation – oder, wenn man es sportlich versteht – ein Unentschieden. In diesem Sinne kann man Katharinas Unterwürfigkeit am Ende verstehen: Nun, wir wissen ja, dass sie eine Reise machen möchte, und sich einen Pelzmantel und obendrein ein teures Portrait wünscht…

Gehorsam, verliebt, temperamentvoll, geldgierig, intrigant – alle diese Eigenschaften und die damit verbundenen Stimmungen konnten unsere Schauspieler ausnahmslos hervorragend auf die Bühne zaubern – und nicht zuletzt durch ihre unübersehbare Spielfreude bescherten sie den Zuschauern einen äußerst kurzweiligen und vergnüglichen Theaterabend. So hörten wir aus vielen Mündern: „Es hat unglaublichen Spaß gemacht!“

An dieser Stelle möchte ich mich persönlich für das riesengroße Engagement der gesamten Truppe bedanken – ihr seid einfach spitze!

Ein weiteres Highlight durfte das Publikum am Mittwoch genießen, als unsere Schulband unter der Leitung von Gerd Peters ordentlich für Stimmung sorgte. Hier erklangen als Auftakt zur Premiere und in der Pause beispielsweise „Lady in Gold“ von den Blues Pills, „Hit the road Jack“ von Ray Charles und „You know I’m no good“ von Amy Winehouse

Alexandra Falkner

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