Zwei Wochen, die verbinden - Auslandspraktikum in Opole
Im Rahmen unseres fachpraktischen Auslandspraktikums hatten wir, neun Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der FOS/BOS Ingolstadt (Technik- und Sozialzweig), die besondere Gelegenheit, zwei Wochen in Opole (Polen) zu verbringen. Seit mittlerweile 20 Jahren besteht die Partnerschaft mit der Schule Zespół Szkół Mechanicznych in Opole – und wir durften ein Teil dieser langen Tradition sein.
Unter der Begleitung unserer Lehrkräfte Frau Reich und Herrn Bielecki wurden wir herzlich empfangen und im schuleigenen Internat, der sogenannten „Bursa“, untergebracht. Von Anfang an war die Gastfreundschaft unserer polnischen Partner deutlich spürbar und machte es uns leicht, uns schnell einzuleben.
Während unseres Aufenthalts waren wir in unterschiedliche praktische Bereiche eingebunden:
Die fünf Technikschüler arbeiteten in der Werkstatt der Firma KMC Global, wo sie praktische Erfahrungen sammeln und ihr technisches Wissen erweitern konnten. Die vier Schülerinnen aus dem Sozialzweig waren in einem Kindergarten und einer Kindertagesstätte tätig und konnten dort wertvolle Einblicke in die pädagogische Arbeit in einem anderen Land gewinnen.
Neben dem Praktikum erwartete uns ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des deutschen Konsulats in Opole, bei dem wir mehr über die Aufgaben des Amtes, die Arbeit der Mitarbeiter sowie berufliche Möglichkeiten im diplomatischen Dienst erfuhren.
Ein bewegender und nachdenklicher Moment war der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Dieser Ausflug hat uns alle tief beeindruckt und uns die Bedeutung von Erinnerung und Verantwortung eindrücklich vor Augen geführt.
Auch kulturell konnten wir viel entdecken: Bei einem Ausflug nach Krakau besichtigten wir die historische Altstadt sowie das ehemalige jüdische Ghetto. Die Geschichte und Atmosphäre dieser Stadt hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck.
Natürlich kam auch der gemeinsame Spaß nicht zu kurz. Zusammen mit den polnischen Schülerinnen und Schülern verbrachten wir viele schöne Momente – beim Bowling, beim Basteln von Osterdekorationen, bei einem gemeinsamen Kinobesuch oder bei gemütlichen Abendessen. Ein besonderes Highlight war das „Motorradtreffen der Schüler und Lehrkräfte“ auf dem Schulhof, das für eine lockere und gesellige Stimmung sorgte.
Besonders schön war es, einige der polnischen Schülerinnen und Schüler wiederzutreffen, die uns bereits im Oktober in Ingolstadt besucht hatten. Diese Wiederbegegnungen haben gezeigt, wie schnell aus Austausch echte Freundschaften entstehen können.
Rückblickend war das Praktikum weit mehr als nur ein schulisches Projekt. Es war eine Erfahrung, die uns persönlich und fachlich weitergebracht hat. Wir konnten neue Kulturen kennenlernen, unsere Sprachkenntnisse verbessern, gemeinsam lernen und vor allem viele unvergessliche Erinnerungen sammeln.
Dieses Austauschprogramm zeigt, wie wichtig und wertvoll interkulturelle Begegnungen sind – und wir sind dankbar, ein Teil davon gewesen zu sein.
Text und Bilder: StRin Julia Reich