Zukunft gestalten: Ökologische Impulse für eine nachhaltige Welt
Mit viel Engagement und Kreativität für Umwelt- und Zukunftsthemen setzten sich die Schülerinnen und Schüler im Seminarfach Nachhaltigkeit & Umweltschutz ein. Dabei entstanden auch wertvolle Kooperationen mit der Katholischen Universität Eichstätt und der Audi Stiftung für Umwelt. Philip Redenz untersuchte die Auswirkungen des Ploggings auf Körper und Psyche. Plogging ist ein aus Schweden stammender Trendsport, der Joggen mit dem Aufsammeln von Müll verbindet. Regelmäßig organisiert die Audi Stiftung für Umwelt Plogging-Events, oft in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Audi BKK und dem FC Ingolstadt 04; Ziel ist es, sportliche Betätigung mit aktivem Umweltschutz zu verknüpfen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen. Anna-Lena Hunglinger setzte sich für die Aufklärung zum nachhaltigen Bergbau ein und Felix Robien war in das Projekt der Audi Stiftung für Umwelt zu den urbanen Filtern integriert: Urbanfilter fangen Mikroplastik – primär aus Reifen- und Bremsabrieb – direkt am Entstehungsort im Gully=Abwasserkanal auf, bevor es in die Kanalisation und Gewässer gelangt.
Alte Geräte, neue Chancen: Nachhaltiger Umgang mit Elektroschrott
Wie wertvoll alte Handys, Kabel und ausgediente Elektrogeräte tatsächlich sind, zeigte sich beim Seminarprojekt der Schülerin Emily Meßing. In einem selbst produzierten Film „Denk an die rote Tonne!“ widmet sich Emily dem oft unterschätzten Thema „Seltene Erden im Elektroschrott“. Anschaulich und verständlich erklärt der kreativ umgesetzte Film, dass in nahezu jedem Elektrogerät seltene Rohstoffe stecken. Diese sind nicht nur begrenzt verfügbar, sondern ihre Gewinnung ist häufig mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Umso wichtiger ist die richtige Entsorgung: Nur wenn Elektroschrott fachgerecht gesammelt wird, können diese wertvollen Materialien recycelt und wiederverwendet werden. Genau hier setzte auch die Aktionswoche der gesamten Schulfamilie an: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Personal brachten alte Elektrogeräte mit in die Schule und sorgten so gemeinsam für eine umweltgerechte Entsorgung.
Wasser zieht Leben an: Teichbau als Booster für die Biodiversität
Ein weiteres anschauliches Beispiel lieferte das Projekt von Darja Ramchen, die in Kooperation mit der Katholischen Universität Eichstätt ihren Bau des naturnahen Teichs im Kapuzinergarten in Eichstätt auch filmisch dokumentierte. Der entstandene Kurzfilm gibt nicht nur Einblicke in die praktische Umsetzung, sondern verdeutlicht auch die ökologische Bedeutung solcher Lebensräume. Teiche leisten nämlich einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität, indem sie Lebensraum für Insekten, Amphibien und zahlreiche andere Organismen bieten. Außerdem entwickelte Darja eine übersichtliche Checkliste, die zeigt, wie sich auch der eigene Garten mit einfachen Maßnahmen biodiverser gestalten lässt.
Mini-Garten, große Wirkung: Kräuter für die Fensterbank
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit einer Grundschule in Ingolstadt realisierte Isabell Tabler: Unter dem Titel „Kräuter auf der Fensterbank im Klassenzimmer“ vermittelte sie den Kindern der dritten Klasse, wie sich auch ohne eigenen Garten frische Kräuter anbauen lassen. Dabei wurde nicht nur praktisch gepflanzt, sondern auch Wissen über die Bedeutung von Kräutern für eine gesunde Ernährung vermittelt. Viele Küchenkräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie enthalten wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen können.
Wenn Schleimer zur Plage werden – ökologische Schneckenbekämpfung im Garten
Nicole Schweizer befasste sich mit der Frage, wie man gefräßige Nacktschnecken im eigenen Garten effektiv ohne Chemie bekämpfen kann. Statt giftiges Schneckenkorn einzusetzen, das auch für Igel und Vögel sowie weitere Tierarten gefährlich sein kann, untersuchte sie in ihrem Projekt biologische Barrieren und sanfte ökologische Abwehrmethoden. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schädlingen und Nützlingen: Während die rotbraune Wegschnecke (Nacktschnecke) oft ganze Ernten vernichtet, sind andere Arten wie die Weinbergschnecke (Gehäuseschnecke) äußerst nützlich, denn sie fressen vorwiegend welkes Pflanzenmaterial und helfen so bei der Humusbildung. Besonders interessant ist, dass die Weinbergschnecke und auch der Tigerschnegel die Eigelege von Nacktschnecken fressen und so indirekt dabei helfen, die Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen.
Wir möchten uns bei Frau Schumm (Didaktik der Biologie der Katholischen Universität Eichstätt) und Herrn Wloka mit seinem Team der Audi Stiftung für Umwelt für ihre Bereitschaft zur Kooperation und ihre tolle Zusammenarbeit bedanken. Einen besonderen Dank an die Schülerinnen und Schüler unseres Seminarfachs - die Projekte, und damit die Arbeit der Schülerinnen und Schüler, zeigen eindrucksvoll, dass Umweltschutz im Kleinen bei jedem von uns beginnt und wir durch Wissen über biologische Zusammenhänge effektiv und nachhaltig handeln können.
Text und Bilder: OStRin Kathrin Bührle und StRin Tanja Friedrich